10.03.-24.04.2019
Der alte Übernachtungsplatz am Shoppingcenter ist inzwischen überbaut und so beschließen wir ca. 60 km ostwärts zu unserem bekannten Strandplatz zu fahren. Hier hat
sich wenig verändert: die Saison ist vorbei und die Ferienhäuschen zumeist unbewohnt. Wir räumen das Auto auf, richten uns ein und machen lange Strandspaziergänge.
Kardinal
Nach 3 Tagen schlägt das Wetter um, es stürmt und regnet immer wieder in Strömen. Erst in Piriápolis und an der Punta Ballena zeigt sich wieder die Sonne.
Wir verlassen nun den Rio de la Plata und fahren in die Berge, oder besser Hügel bei 200-300m Höhe. Bei Minas finden wir am Cerro Arequita einen schönen Campingplatz.
Außerhalb der Städte ist Uruguay nur dünn besiedelt, die durchgehenden Zäune der riesigen Estancias entlang der Straßen machen die Suche nach einem schönen
Schlafplatz daher mühsam. Aber mit Geduld und etwas Glück werden wir fündig und bestaunen ohne künstliche Lichtquellen den herrlichen Sternenhimmel über uns.
An der Atlantikküste wird das freie Übernachten schwieriger, aber die Saison ist vorbei und so können wir in La Pedrera direkt am Strand stehen.
Zum Besuch des Nationalparks Cabo Polonio steigen wir auf einen alten russischen Lastwagen mit 4x4-Antrieb um. Er bringt uns auf einer Piste durch die Sanddünen zu dem Hippie-Dörfchen auf einer Felszunge. Hinter dem Leuchtturm räkeln sich Seelöwen in der Sonne oder kühlen sich in den tosenden Wellen ab. Lange schauen wir dem Spektakel zu, uns aber ist das Wasser zum Baden noch zu kalt.

Erst im Nationalpark Santa Teresa bei Sonne und wenig Wind genießen wir die Brandung. Einmal im Wasser ist es wunderschön! Aber danach freuen wir uns auch auf die heiße
Dusche!
In Chuy, der Grenzstadt zu Brasilien, kaufen wir groß ein. Vieles ist auf der brasilianischen Seite deutlich günstiger, auch der Diesel.
Weiter geht unsere Fahrt nach Westen zu den Termas de Guaviyú: Rinderweiden rechts und links, später Soyafelder und Eukalyptusplantagen. Kaum haben wir einen schönen Platz
auf dem Camping gefunden, erspähen wir das Auto von Therese und Pierrot. Sie sind schon 2 Wochen hier und so erhalten wir die neuesten Informationen über die verschiedenen Bademöglichkeiten.
Noch vor dem Frühstück steigen wir in die Becken im Freien, die Bäder sind dann noch leer und sauber. Nachmittags pilgern wir ins gedeckte Schwimmbad zu den fast 39°C
heißen Jacuzzis. Nach 6 Tagen sind wir definitiv sauber und unsere Essensvorräte erschöpft, also fahren wir knapp 50 km nordwärts nach Salto. Nach dem Einkauf biegen wir trotz des bedeckten Himmels zur
Meseta de Artigas ab und richten uns auf dem dortigen Campingplatz ein. Wir finden ein tolles Plätzchen auf einer Anhöhe mit einem weiten Blick über den Rio Uruguay nach Argentinien.
Einziger Nachteil: kein Baum schützt uns vor der Sonne! Während der nächsten sehr heißen Tage, müssen wir dem Schatten unseres Autos folgen und immer wieder umziehen.
Während des Palmsonntag-Wochenendes füllt sich der Camping. Die Uruguayer ziehen aber die Plätze im Schatten der Bäume vor, weil sie dort auch ihre riesigen Regenplanen
gut aufspannen können. Was da an Fahrzeugen und Material herantransportiert wird, ist unterhaltsam! Viele richten sich wohl für die gesamte kommende Osterwoche, die Semana Santa, ein.
Neue Socke zum Geburtstag
Auf unserer Fahrt südwärts machen wir am Mittwoch vor Ostern nochmal Halt bei den Termas de Guaviyú.
Was uns da erwartet schlägt alle Rekorde: der riesige Campingplatz platzt aus allen Nähten! Mit viel Glück finden wir noch ein Plätzchen nahe einer Steckdose. Ganze Fußballmannschaften
haben sich installiert und ihre Kapellen und Lautsprecher versuchen sich zu übertönen. Über den wilden Zeltkonstruktionen liegt ständig eine Rauchwolke, denn eine Feuerstelle muss sein. Ob die vielen Papageien
von vor 1 Woche wegen des Rauchs verschwunden sind? Nachts ist es erstaunlich ruhig und auch in den Termas ist noch etwas Platz für uns!
Am Karfreitag kommen wir nach Colonia. Wir finden einen sicheren Übernachtungsplatz nahe des Zentrums und können abends in der Basilica ein eindrucksvolles Konzert genießen.
An Ostern stehen wir sonnig und windig am Strand, suchen aber keine Eier, sondern unsere Siebensachen für unsere Heimreise.
Nachdem wir den Toyota ins Winterquartier gebracht haben, fahren wir per Bus nach Montevideo ins Hotel am Flugplatz. Pünktlich starten wir um 13:20 mit Iberia, und nach dem Umsteigen
in Madrid kommen wir am Mittwoch gegen 11 Uhr in Zürich an. Nach einem herzlichen Wiedersehen, führt Roman uns nach Hause.
































