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04 Tierra del Fuego


          25.12.2019-14.01.2020


Von Puerto Deseado müssen wir wieder 100 km zur Küstenstraße, der Ruta National 3, zurückfahren. Dabei kämpfen wir im 3.Gang mit knapp 60 km/h gegen den heftige Wind von vorn.



Die Fahrt zum Nationalpark mit den versteinerten Bäumen über eine Schotter-straße hat sich gelohnt: ein Wanderweg führt zu den riesigen 150 Millionen Jahre alten Baumstämmen. Eindringlich warnt uns der Ranger davor irgendetwas mitzunehmen, und durchsucht nach dem Besuch unsere Tasche.



Heftig weht der Wind auch an der Küstenstraße nördlich von Puerto San Julian: im Windschatten einiger Bäume auf dem Campingplatz ist es etwas gemütlicher. 1520 hat Magellan hier bei seiner Suche nach einer Route nach Westen den Winter verbracht, bis er dann im nächsten Jahr die nach ihm benannte Straße entdeckt hat.




Zwei Tage später erreichen wir dann, nach dem Grenzübertritt nach Chile, die Magellanstraße und setzen mit der Fähre nach Feuerland über.

















Auf den großen Estancias weiden viele Schafe, meist sind sie noch ungeschoren. In Cerro Sombrero machen wir bei einem Schlachthaus Halt und kaufen vier Lammkoteletts.














Am Abend erreichen wir den Parque Pingüino Rey. In einem geschützten Areal lebt hier die einzige von Land aus zugängliche Kolonie von Königspinguinen an der Bahia Inutil, der unnützen Bucht, weil sie sehr flach ist. Genau das aber erleichtert den Pinguinen die Nahrungssuche.








Auf einer meist ordentlichen Schotterpiste fahren wir bis zum Rio Grande. Ganz allein und ohne Feuerwerk beginnen wir das neue Jahr.



















Das sonnige Wetter hält an und es wird richtig heiß.



 Junges
Guanaco






























Am Lago Blanco müssen wir uns sogar im 12º kalten See abkühlen.














Über den nur im Sommer besetzten Grenzposten wechseln wir wieder nach Argentinien. 50 km südlich von Rio Grande ändert sich das Landschaftsbild: die Pampa hört auf und der Wald beginnt. Die großen, zum Teil abgestorbenen Bäume hängen voller „Spinnweben“, Barba de Viejo.














Beim obligatorischen Stopp bei der Panaderia Union in Tolhuin ziehen wir eine Nummer und warten in der Schlange. Die leckeren Empanadas und die berühmten Facturas, den Teilchen, lassen wir uns beim Aussichtspunkt auf den Lago Fagnano schmecken.




















Vor Ushuaia zweigen wir Richtung Osten zur Estancia Harberton ab. Ganz Feuerland scheint am Wochenende unterwegs zu sein, die einfachen Campingplätze sind voll und die Grills angeheizt. Am Sonntag Nachmittag beginnt dann der große Aufbruch und wir sind ganz allein.



In Puerto Almanza, einem kleinen Fischerdorf, finden wir ein schönes Plätzchen mit herrlichem Blick auf die chilenische Isla Navarino, auf der Südseite des Beagle-Kanals.













Nach der mühsamen Parkplatzsuche in Ushuaia, machen wir einen Rundgang durch das touristische Mekka. Offiziell ist der Camping Municipal vor dem Nationalpark am Rio Pipo zwar geschlossen, aber bei unserer Ankunft hat es schon einige Camper. Es ist windig und kühl und gegen Abend beginnt es leicht zu regnen. Auch der nächste Tag verspricht keine Besserung. Abwechselung bietet das Treiben an der Bahnstation des Tren del Fin del Mundo, der touristischen Schmalspurbahn in den Nationalpark.


Nach zwei Nächten hört der Regen auf, das Warten hat sich gelohnt! Vor der Masse der Busse fahren wir zum Ende der Ruta National 3 in der Bahia Lapataia und finden später einen schönen Übernachtungsplatz an der Laguna Verde. Von hier können wir zu Fuß einige Wanderziele erreichen.



















Cauquen común

Carancho




Notro-Blüte












Zorro patagonico






Wiedermal ist Samstag und unser Campingziel am Lago Escondido total in einheimischer Hand. Per Zufall finden wir aber ein einsames, windgeschütztes Plätzchen am Lago Fagnano, unser Glück ist, dass hier Grillfeuer verboten sind! Nach dem Besuch in der Bäckerei, fassen wir noch gutes Trinkwasser bei einer Quelle und übernachten an der YPF-Tankstelle in Rio Grande.
Chaos herrscht bei dem im Bau befindlichen chilenischen Grenzposten, aber die Kontrolle auf verbotene Früchte ist harmlos. Auf der etwas mühsamen Schotterpiste erreichen wir am Abend Porvenir und kaufen noch Fährtickets für den nächsten Tag. Neben dem Leuchtturm bei der Einfahrt zur Bucht finden wir ein schönes Übernachtungsplätzchen mit Blick über die Magellanstraße.



Ruhig und sonnig ist die Überfahrt nach Punta Arenas. Warum sind bei allen Banken die Eingänge und Fenster mit Aluminiumprofilen vernagelt? Sind das noch die Folgen der Proteste in Chile vor einigen Monaten? Am Nachmittag sind die Banken geschlossen und die ATMs nicht zugänglich. In einem Shoppingcenter können wir aber dem Automaten Geld entlocken.




Nach einer ruhigen Nacht beim Fähranleger fahren wir über Puerto Natales vor den Nationalpark Torres del Paine. Mit Blick auf die berühmten Cuernos und geschüttelt von heftigen Windböen schlafen wir ein. Teuer ist für uns Ausländer der Eintritt: 25000 Pesos pro Person, knapp 30 Euro, das siebenfache der Gebühr für die Chilenen!

Cisnes de cuello negro,
Schwarzhalsschwäne





Pato maicero





Über die harte Waschbrettpiste fahren wir bis zum Camping Pehoé und richten uns auf dem herrlichen Plätzchen mit Blick auf den grünen Lago Pehoé und die Berge ein.




























Am Nachmittag starten wir zur Wanderung zum Mirador del Condor oberhalb des Campingplatzes. Beim Aufstieg hilft uns der Westwind, aber auf dem Gipfel reißen die Böen mir fast die Brille von der Nase. Der Ausblick ist jedoch gigantisch, 360º!


Die namensgebenden Torres zeigen sich erst im Osten des Parks. Auf einer Anhöhe neben der Straße warten wir dass die Wolken die Gipfel freigeben. Hier könnten wir aber auch übernachten! Kaum sind wir im Bett legt der Wind wieder zu, das Auto schwankt und der Lärm ist ohrenbetäubend. Also schlüpfen wir nochmal in unsere Kleider und fahren 5 km weiter an den Lago Amarga. Hier steht zwar ein Campingverbot, aber um 23 Uhr hüllt uns schnell die Nacht ein. Belohnt werden wir für die unerlaubte Tat dann mit einem tollen Sonnenaufgang über den Torres.




























Tierra del Fuego.pdf