3.12.2021-18.01.2022
Corona, Corona und immer wieder Corona! Schon im Herbst 2020 hoffen wir im Januar 2021 nach Argentinien reisen zu können, aber eine neue Welle macht unsere Pläne zunichte.
Ende September 2021 keimt neue Hoffnung, Argentinien öffnet für alle Ausländer seine Grenzen ab 1. November! Wir buchen unseren Flug für den 9.11., Krankenversicherungen werden abgeschlossen, das Auto abgemeldet, Zeitungen abbestellt und der Kühlschrank geleert. Beim Hausarzt machen wir am Vortag unseren obligatorischen PCR-Test. 24h später, auf den gepackten Koffern sitzend, haben wir immer noch kein Ergebnis. Erst 4h vor dem Abflug erhalten wir das Resultat: Margrit ist positiv!
Der Schnelltest am nächsten Morgen ist negativ, ebenso der neue PCR-Test 4 Tage später. Das ist beruhigend, hilft uns aber bei unseren Plänen nicht weiter.
Einige Tage später können wir dann unseren Flug auf den 3.12. umbuchen, jetzt ist er mehr als doppelt so teuer...
Wie bestellt und nicht abgeholt erleben wir die nächsten 4 Wochen: Koffer auspacken, ohne Zeitung und Einkaufen per Rad.
Anfang Dezember sind die PCR-Testmöglichkeiten in Laufenburg zu Gunsten der Impfungen eingestellt worden, wir müssten umständlich per Bus und Bahn nach Tiengen reisen. Im Internet finde ich aber ein Angebot zum Selbsttest: ein Kurier bringt das Testmaterial, wir testen uns nach Anleitung zuhause und am Nachmittag holt der Kurier wieder alles ab. Einen Tag später erhalten wir unsere negativen Resultate per Mail, unserem Flug steht nichts mehr im Weg!
Anflug über das Zentrum von Buenos Aires
Via Sao Paulo kommen wir am 4.12. in Buenos Aires an. Hier sind die Infektionszahlen sehr tief, nur in den Läden wird Fieber gemessen und müssen Masken getragen werden. Wir genießen zwei Tage lang die lebendige Großstadt.
Teatro Colon
Schmausen im Restaurant Desnivel
Mit dem Nachtbus fahren wir ins knapp 900km entfernte San Luis. Am Busbahnhof heißen uns unsere Freunde herzlich willkommen und bereiten uns in El Volcán ein leckeres z’Morge.
Wenige Stunden später stehen wir vor unserem Toyota. Ob er nach 20 Monaten anspringt? Auf Anhieb, als ob ich ihn gestern hier abgestellt hätte!
Wir beziehen wieder den gleichen Platz wie vor dem Lockdown und schon nach der ersten Nacht fühlen wir uns wieder daheim.
Aufräumen, Putzen und Schäden begutachten: in den Dachfenstern haben Wespen ein großes Nest gebaut und Ameisen haben sich eingenistet, sie wurden aber schon lange vor unserer Ankunft vergiftet. Dank der Mückennetze konnten sie nicht ins Wageninnere eindringen und die Lebensmittel sind alle unversehrt, aber größtenteils abgelaufen... Abends im Mondschein diskutieren wir mit den Freunden bei einem Glas Wein das aktuelle Zeitgeschehen und die neusten Coronazahlen.
Unser Schlafzimmerblick von El Volcán auf die Sierra de San Luis
Personen erhalten an der argentinischen Grenze eine 90-tägige Aufenthaltserlaubnis, Fahrzeuge normalerweise eine 8-monatige Erlaubnis. Bei unserer letzten Einreise vor dem Lockdown gab uns der Grenzer aber für das Auto nur 3 Monate. Das sollte für uns noch ärgerliche Folgen haben...
Unser Plan war es von San Luis nach Uruguay zu reisen um bei der Rückkehr nach Argentinien wieder die 8-monatige Erlaubnis für den Toyota zu bekommen. Der PCR-Test bei jedem Grenzwechsel und der weite Weg lassen uns zögern. Wir sind deshalb hocherfreut als wir von einem deutschen Pärchen erfahren, dass ihre Autoerlaubnis im knapp 300km entfernten Mendoza beim Zoll problemlos verlängert worden ist. So war unser Entschluss es ihnen gleich zutun schnell gefasst.
Auf dem Weg nach Mendoza
Schöner, heißer Campingplatz
Aber wir haben nicht mit der argentinischen Bürokratie gerechnet: nach deren Berechnung sei unsere 3-monatige Erlaubnis am 1.12. abgelaufen und unser Auto daher illegal im Land! Hätten wir die normalen 8 Monate erhalten, bekämen wir nun weitere 4 Monate und nach einer Stunde wäre alles erledigt.
Jetzt aber müssen wir einen Antrag stellen und zum Zoll bringen, 10 Tage später ist er immer noch nicht bei der nächsten Instanz angekommen... Dankbar sind wir für den schönen Campingplatz in El Challao oberhalb von Mendoza. Mit dem Bus fahren wir in einer knappen Stunde ins Zentrum, für unglaubliche 25 Pesos, ca. 25 Cent. Aber das Warten nervt und die Sonne meint es zu gut, über 32 Grad im Auto beim Einschlafen! Alle paar Tage besuchen wir erfolglos den Zoll und hoffen auf die Autoerlaubnis. Bewegen dürfen wir das Auto jetzt nämlich nicht!
Fondue am Heiligabend
Als wir erfahren, dass die Ämter den ganzen Januar für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben, steht unser Entschluss fest: wir reisen aus nach Chile mit dem Plan im Süden bei Villarrica wieder zurück nach Argentinien zu wechseln! Aber so einfach ist das auch nicht: wir müssen zuerst unsere Impfungen vom chilenischen Gesundheitsministerium beglaubigen lassen, einen Antrag auf Einreise stellen und zuletzt einen PCR-Test machen.
Am 11.01. starten wir zum Paso Los Libertadores, erhalten den argentinischen Ausreisestempel und können unsere alte Autoerlaubnis problemlos abgeben. Am chilenischen Zoll erfahren wir, dass nur dieser Grenzübergang geöffnet ist und alle Nationalparks geschlossen sind. Dann bleiben wir doch lieber in Argentinien!
Nach einer sternenklaren, kühlen Nacht in Las Cruces auf 3200m und einer Wanderung mit dem Blick zum Aconcagua erhalten wir bei der Einreise nach Argentinien eine neue Autoerlaubnis für fast 9 Monate... Alles gut!!!
Wegen Omikron explodieren auch in Argentinien die Infektionszahlen...
Nach einem Ruhetag in Uspallata brechen wir zum Nationalpark El Leoncito auf. Die Fahrt über die raue Kiesstraße hat sich nicht gelohnt: der Park ist wegen Unwettern geschlossen!
Herrlich ist der Blick auf die Andenkette im Westen mit dem 6770m hohen Cerro Mercedario
Um die schlechte Straße zu vermeiden, fahren wir via San Juan in den Süden der Provinz Mendoza. Nach Nachttemperaturen von über 30° Grad wird es kalt, am Morgen nur noch 8° Grad!
Im Cañon del Atuel südlich von San Rafael beziehen wir einen schönen Platz am reißenden Rio Atuel und warten in Jeans und Fleece auf die Sonne.