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08 Zurück nach Uruguay

                                                                                                                                        21.02.-14.04.2022      

Unser Visum für Argentinien läuft noch bis zum 3.März, dann müssen wir spätestens das Land verlassen. Am 21.Februar fahren wir von El Volcán Richtung Cordoba. In Merlot und weiter nördlich kommen wir in beliebte Ferienorte mit vielen argentinischen Touristen, Ausländer sind wegen Corona noch sehr rar. Auf holpriger Piste erreichen wir das Museo Rocsen nahe Nono. Hier hat ein ausgewanderter Bretone während der letzten 50 Jahre weit über 20000 Gegenstände aus aller Welt zusammengetragen. Die Palette reicht von Inkaskeletten über Schmetterlinge und die Technik der letzten 80 Jahre zu vielen weiteren Kuriositäten.


Unser Plan im Nationalpark „Quebrada del Condorito“ auf 1800m zu übernachten fällt flach, dichter Nebel mit weniger als 10m Sichtweite erwartet uns auf der Ostseite der Sierra de Cordoba. Aber mit etwas Glück finden wir einen schönen Übernachtungsplatz im Tal nahe Falda del Carmen.




Die nächsten Tage sind durch viel Fahrerei geprägt. Über San Francisco, Santa Fé und Paraná erreichen wir nach 3 Tagen Concordia am Rio Uruguay.














Am Stausee „Embalse de Salto Grande“ kampieren wir direkt am Wasser unter riesigen Eukalyptusbäumen. Der Wasserstand ist sehr niedrig und das Ufer teilweise voller Schlamm in dem ich fast steckenbleibe.

 









Für die Einreise ins Nachbarland müssen wir einen Corona-Test vorweisen. Im Labor bestätigen sie uns, dass seit einer Woche ein Antigen-Test genügt, statt des bisher nötigen teuren PCR-Tests. Den bestehen wir erfolgreich! Jetzt fehlt nur noch die „Declaration Jurada“, die unsere Tests und den Impfstatus dokumentiert. An der Grenzstation akzeptieren sie nur die Meldung via Internet, doch auf dem Camping haben wir keinen Datenempfang. Also nochmal die 15km zurück in die Stadt zur YPF-Tankstelle mit WiFi. Beim Zoll ist es sehr ruhig, die Pässe sind schnell gestempelt, aber die vorübergehende Einfuhr des Autos dauert. Wir haben den Eindruck, sie machen das hier zum ersten Mal... Die Gemüsekontrolle besteht dafür nur aus einem Blick in die offene Kabine.


In Salto regnet es in Strömen. Das Geldholen funktioniert nun wieder mit Karte, ebenso das Zahlen an der Supermarktkasse. Wir kaufen für einige Tage ein, und freuen uns auf die Termas de San Nicanor etwas südöstlich von Salto. Schnell verfliegt die Freude beim Abzweig, ein Schild belehrt uns, dass die Termas und der Camping geschlossen sind. Enttäuscht fahren wir zur Meseta de Artigas am Rio Uruguay. Unser alter Platz hat leider keinen Stromanschluss mehr, aber der Neue ist genauso schön. Auch das Wetter zeigt sich bald von seiner schönen Seite. Das Thermalbaden holen wir dann in den Termas de Guaviyú nach.













Wieder in strömendem Regen erreichen wir einige Tage später Nuevo Berlin, wo wir schon mehrmals übernachtet haben. Der Platz ist immer noch sehr schön, WC, heiße Duschen und Stromanschluss, alles gratis. Heute sind wir die einzigen Camper. Nachts regnet es weiter, wir schlafen gut und ahnen nicht, dass sich etwas Übles anbahnt.


Beim Frühstücken bemerken wir einige winzige Ameisen im Auto, stellen dann aber fest, dass via Stromkabel eine ganze Armada eingewandert ist. Wir versenken das Kabel in eine Wasserschale, schneiden ihnen so den Weg ab und meinen mit den nachts Eingestiegenen durch Zerdrücken fertig zu werden. Was für ein Irrtum! Am nächsten Morgen haben abertausende Ameisen unser Auto übernommen. Jetzt hilft nur noch Gift. So können wir die Herumkrappelnden töten und ihre Zahl dezimieren. Aber die 1-2mm großen Tierchen kommen in die kleinste Ritze und lassen sich nicht ausrotten. Vermutlich müssen wir erstmal zusammen weiterreisen...

In Colonia del Sacramento können wir an einem herrlichen Aussichtspunkt in der Altstadt übernachten. Am Horizont sehen wir die Lichter von Buenos Aires. Nach langer Zeit dürfen wir wiedermal bei Meeresrauschen einschlafen. Der Simkartenkauf ist, anders als in Argentinien, schnell erledigt, aber für die Internetverbindung müssen wir nochmal nachfragen. Die Abdeckung ist sehr gut, fast immer haben wir 4G-Empfang.

Beim Hotel Suizo in Nueva Helvetia treffen wir auf viele Camper, fast alle sind auf dem Sprung heimwärts und lassen ihre Fahrzeuge in Uruguay. Interessant sind die einzelnen Erfahrungen während der Coronazeit: alle haben ihre Autos in Südamerika abgestellt und sie wie wir vor einigen Monaten wieder aktiviert. So erfahren wir, dass deutsche Autos nach mehr als 7-jähriger Abmeldung wieder einer Vollabnahme beim TÜV machen müssen und dass eventuell nach 3 Jahren außerhalb der EU 29% Zoll fällig werden können.

Wollen wir unseren Toyota nach Europa verschiffen oder nochmal in Uruguay abstellen? Schon vor Wochen haben wir uns fürs Verschiffen entschieden und eine Passage von Montevideo nach Antwerpen gebucht. Nun kommen uns Zweifel. Für Südamerika ist unser Toyota eines der besten Fahrzeuge, für Europa wegen des Alters, der bürokratischen Hürden und des Abgasverhaltens aber eher weniger geeignet. Nochmal wägen wir alles ab und entscheiden uns fürs Abstellen und für den Verkauf im nächsten Winter.

Einer der Camper will nicht nach Europa zurück: Emil und Liliana fahren seit 34 Jahren mit ihrem 82er-Toyota durch die ganze Welt, 186 Länder haben sie mit dem Auto bereist. Seit 1996 sind sie damit ununterbrochen im Guinnessbuch der Rekorde. Mit 80 Jahren wohnen sie auf kleinstem Raum, da erscheint uns unser Auto als purer Luxus! Sie sind während Corona in Argentinien gestrandet und wollen nun weiter nach Malaysia. Containermangel und Coronabestimmungen machen ihnen aber das Weiterkommen schwer.



 

 

 

  

Für die nächsten 3 Wochen wollen wir noch Strand und Meer genießen. Das mondänen Punta del Este mit seinen vielen Hochhäusern umrunden wir auf der Küstenstraße.

 

 

 

Weiter nach Norden wird es ruhiger und in den Nationalpark Santa Teresa verirren sich am Ende des Sommers nur noch wenige Camper. Wir machen lange Strandwanderungen und genießen oft auch noch ein Bad im 22ºC warmen Meer.






















 

 

 


 

 

 

 

In der Grenzstadt Chuy werden wir unsere brasilianischen Noten los und versuchen vergeblich einen Ersatz für den angeschlagenen Keilriemen zu finden. Erst bei der Rückfahrt in Montevideo sind wir erfolgreich, verschieben das Wechseln aber auf später.









 

 

 

 
In Nueva Helvetia sind inzwischen noch mehr Camper eingetroffen. Abends wird es schon recht kühl und alle versammeln sich zum Plaudern in der Werkstatt oder sitzen am Lagerfeuer.


 

Übermorgen geht unsere Fähre von Colonia nach Buenos Aires. Wir packen die Koffer, räumen den Wagen auf und hoffen, dass der Keilriemen noch bis Colonia hält. Dort angekommen hat der Keilriemen gehalten, aber ein Seitenfenster ist davongeflogen, ich habe es nicht richtig verriegelt! Mit Plastik wird das Loch verschlossen, hoffentlich hält es! Am Morgen melden sich auch wieder die Ameisen: unter der Motorhaube liegt ein Eierhaufen...

Aber der Keilriemen hält bis zum Abstellplatz...

 

 

Für die Einreise nach Argentinien ist seit einer Woche kein Test mehr vorgeschrieben, wenn man vorher mindestens 14 Tage lang in Uruguay war. In einer guten Stunde bringt uns die Expressfähre nach Buenos Aires und ein Taxi ins Hotel.

Die folgenden Tage streifen wir durch die quirlige Hauptstadt. Am Sonntag gehen wir zum Strassenmarkt nach San Telmo und essen zum Abschied noch ein Bife de Chorizo.

 

Der eindrucksvolle Höhepunkt unseres Aufenthalts aber ist der Besuch der Ballettvorstellung „Giselle“ im Teatro Colon.











 

 

 

 

 Am vorletzten Tag wollen wir das Naturkundemuseum in La Plata, der Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, besuchen. Nach einer Stunde Busfahrt und 1½ km Laufen stehen wir aber vor verschlossenen Türen: seit Corona ist es nur noch am Wochenende geöffnet!

Das Taxi zum Flugplatz kommt 10min zu früh, um den Obelisco stehen Tausende Menschen, der Fahrer klärt uns auf: in 5min werde die Avenida für den Demonstrationszug gesperrt, dann gebe es kein Durchkommen mehr! Glück gehabt!

Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Flugplatz. Beim Check-in müssen wir nur unsere Impfungen vorweisen, keine Tests mehr.



Mit Zwischenhalt in Sao Paulo kommen wir nach 14½ Stunden am Gründonnerstag in Zürich an. Roman fährt uns zum Supermarkt damit wir über Ostern nicht verhungern und dann, sind wir wieder Daheim!



 

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