08.11.-29.12.2022
Allen Auto-Verkaufsplänen zum Trotz, freuen wir uns auf einen weiteren Winter in Südamerika!Via Sao Paulo kommen wir am 9.November in Montevideo an. Mit dem Stadtbus geht’s zunächst bis zum großen Busterminal in der Stadt. Mit Glück erwischen wir noch zwei Plätze im Überlandbus nach Colonia und das Taxi bringt uns dann zu unserem Auto ca. 8km außerhalb.
Julio, der Hüter des Hauses, empfängt uns fröhlich, doch was erwartet uns bei unserem Toyota? Haben die Ameisen sich in unseren Vorräten breit gemacht? Hat die Plastikabdeckung beim Fenster gehalten? Schnell wird klar: alles ist in Ordnung!!!
Die Ameisen sind verschwunden, die Vorräte fast ohne Spuren und die Plastikplane am Fenster ist unversehrt.
Schnell fühlen wir uns wieder wie Zuhause und verziehen uns todmüde in unser Schlafzimmer, sprich Alkoven.
Der Toyota springt auf Anhieb an, doch vor der Weiterfahrt muss der Keilriemen gewechselt werden. Das ist mühsamer als erwartet, erst Daniel, der Mechanico in Colonia, schafft es mit Wissen und Tricks.
Nach drei Tagen Ausruhen und Putzen fahren wir nach Nueva Helvetia zum Hotel Suizo um dort das kaputte Fenster zu ersetzen.
Nach dem Autoputz: ½kg Eis
Geldwechsel und Großeinkauf in Gualeguaychú und Zárate. Via Laguna de Lobos, San Carlos de Bolivar und Tornquist fahren wir südwärts durch die Pampa Húmeda, die feuchte Pampa. Riesige Getreidefelder und große Rinderherden prägen die topfebene Landschaft.
Die Sierra de la Ventana ist der erste Gebirgszug nach der Ebene.
Ob der Passagierzug von Bahia Blanca nach Buenos Aires wirklich fährt?
Dank der intensiven Bewässerung ist das Tal des Rio Negro das wichtigste Obstanbaugebiet Argentiniens. Danach empfängt uns auf dem Weg nach Puerto Madryn wieder die Steppe.
Stundenlang nur niedriges Buschwerk bis zum Horizont, dieses „Nichts“ beeindruckt uns immer wieder!
Stachelbüsche links und rechts der Straße
Vergeblich halten wir Ausschau nach den Walen bei der Halbinsel Valdes. Sie halten sich nicht an die im Reiseführer angegebenen Zeiten!
Hoffentlich sind die Pinguine im Provinzpark Punta Tombo zuverlässiger!
Wir übernachten vor dem Parkeingang in der Pampa um am Morgen vor den Besucherströmen die Pinguine zu besuchen. Zunächst erleben wir bei fast völliger Windstille einen herrlichen Sonnenuntergang.
Kaum sind wir im Bett fängt das Auto an zu wackeln und gegen ein Uhr fliehen wir vor dem Sturm in die nahe Kiesgrube.
Die Pinguine enttäuschen uns nicht!
Stundenlang können wir die putzigen Kerlchen in ihren Nestern und beim Bad im Meer beobachten.
Wir nehmen Abschied von den Pinguinen und dem Atlantik und fahren westwärts in Richtung Anden. Nach nur wenigen Kilometern werden wir jedoch von den orkanartigen Westwinden gestoppt.
Wir warten auf einem netten Campingplatz in Gaiman, einem von vor 150 Jahren durch walisische Auswanderer gegründeten Städtchen. Das Wasser des Rio Chubut erzeugt hier eine grüne Oase in der Pampa und wir genießen frisch geerntete Kirschen.
Nach zwei Tagen hat der Wind abgeflaut und wir können starten, zunächst wieder durch flache Pampa, doch dann am Rio Chubut können wir in Los Altares bei eindrucksvollen Felsformationen übernachten.
Der Fogon muss als Windschutz dienen
Müde erreichen wir den Campingplatz in Esquel. Der scheint aber ein reiner Zeltplatz zu sein, nur mit Mühe finden wir eine ebene Fläche fürs Auto.
In Epuyen am gleichnamigen See entpuppt sich der Camping als kleines Paradies: auf einer Wiese und windgeschützt machen wir einige Tage Pause und können im Fluss baden, aber nur kurz bei 15°C!
In San Carlos de Bariloche erreichen wir das Zentrum des argentinischen Andentourismus. Jetzt in der Woche vor Weihnachten füllen sich langsam die unzähligen Hotels und Cabañas am Ufer des Nahuel Huapi. Der See mit seinen vielen Armen ist Teil des gleichnamigen Nationalparks und daher geschützt und überwiegend noch naturbelassen.
Nach zwei Tagen im ruhigen Colonia Suiza am Lago Moreno nahe Bariloche starten wir zu unserem „Weihnachtscampingplatz“ am Rio Traful. Hier hatten wir 2020 kurz vor Corona einige schöne Tage erlebt. Und, oh Wunder, wir können uns wieder auf denselben Platz stellen! An Heilig Abend plaudern wir mit anderen Reisenden am Lagerfeuer.
Da freuen wir uns auf ein Bad im eiskalten Fluss.
Argentinisches Wohnmobil, mit Dachterrasse und Holzofen
Nachdem alles Gemüse gegessen ist, starten wir zwischen den Jahren nach Chile.




































