29.12.2022 - 09.01.2023
Nachdem wir aus Argentinien ausgereist sind, erreichen wir nach einer Stunde auf 1300m die Passhöhe. Statt des grünen Regenwalds erwarten uns auf der Westseite vertrocknete Bäume, wie nach einem riesigen Waldbrand. Schnell hat das Rätseln ein Ende: der große schneebedeckte Vulkan ist der Verursacher! 2011 ist der Vulkan Puyehue ausgebrochen und hat große Gebiete verwüstet. Zum Teil lag die Asche 50cm hoch. Der See Nahuel Huapi war in Bariloche so dick mit Asche bedeckt, dass man darüber laufen konnte...
Nach 40km kommen wir zum chilenischen Zoll, erhalten unseren Einreisestempel in den Pass und die Autopapiere. Schon wollen wir weiter, aber halt, jetzt kommt noch die Gemüse- und Fleischkontrolle, nichts davon darf eingeführt werden. Früher musste man ein Papierformular ausfüllen, jetzt geht’s nur noch per Handy! Aber der junge Mann blickt nur kurz ins Fahrzeug...
In dem kleinen Städtchen Entre Lagos erhalten wir schließlich mit der zweiten Kreditkarte dann auch chilenische Pesos und können so unsere Gemüsevorräte wieder vervollständigen. Für die Übernachtung finden wir einen hübschen Platz am Ausfluss des Lago Puyehue, leider liegt viel Müll herum, wie so oft.Für den Jahreswechsel suchen wir einen schönen Campingplatz, in Las Cascadas auf der Ostseite des Llanquihue-Sees werden wir fündig. Auf dem Platz stehen neben einem Wohnmobil nur Zelte, aber für uns hat es auch noch ein Plätzchen mit Seesicht. Und hinter uns erhebt sich der mächtige Vulkan Osorno mit seinem Schneegipfel.
Das Badevergnügen wird allerdings getrübt: am Ufer
warten die aggressiven Tabanos auf uns. Die Bisse der maikäfergroßen Brummer sind schmerzhaft. Auf dem nur wenige Meter entfernten Camping ist es erstaunlicherweise aber erträglich. Bei unserer Wanderung zu
den 4km entfernten Cascadas überfallen uns die Biester kaum dass wir das Dorf hinter uns gelassen haben: nach dem halben Weg geben wir auf und kehren umschwärmt um!
Nach und nach füllt sich der Campingplatz mit Zelten, wir lernen die chilenische Feriengestaltung und die verschiedenen Musikrichtungen kennen... Richtig voll wird es erst an Neujahr: wegen des Sonntags ist auch der Montag arbeitsfrei.
Bei leichtem Regen fahren wir auf die Westseite des Sees. Im Camping Baumbach mit deutschen Vorfahren haben wir einen schönen Blick auf den Vulkan.
Großeinkauf in Osorno und weiter nach Valdivia.
Ein Stadtbus bringt uns vom dortigen Campingplatz ins Zentrum. Wir schlendern durch die bunte Markthalle und staunen über die vielen Meeresprodukte. Seelöwen und Geier freuen sich über die Fischabfälle. Wir kaufen einen ganzen Fisch, aber nach dem Filetieren bleibt nicht mehr viel übrig!
Baden im Meer, das planen wir für Mehuin an der Küste. Aber das herrliche Sommerwetter wird einige Kilometer vor der Küste durch dichten Nebel ersetzt. So bleibt es bei einem Fußbad...
Erst kurz vor Villarrica gewinnt die Sonne die Oberhand. Am Rio Tolten übernachten wir nun schon zum dritten Mal und das Bad im Fluss ist auch wieder wunderschön.
Der Lago Villarrica ist eines der meistbesuchten chilenischen Feriengebiete und so herrscht schon jetzt am Anfang der Hauptsaison viel Betrieb. Wir kaufen zwei leckere Brote in der deutschen Bäckerei und fahren der argentinischen Grenze zu. Ganz unerwartet finden wir vor dem Eingang des Nationalparks Villarrica einen sehr schönen Übernachtungsplatz. Nach der Wanderung mit Blick auf den nahen Vulkan Lanin genießen wir das Bad im kalten, aber glasklaren Fluss.
Am Parkplatz in etwa 1200m Höhe treffen wir dann auf die ersten Araukarien. Den Weg zur Laguna Huinfiuca säumen große Blumenwiesen mit golden leuchtenden Amancay. Das Bad im See mit Blick auf den Lanin ist sicher ein Höhepunkt unserer Reise.
Seitdem das Gebiet Nationalpark ist, darf man leider nicht mehr unter den Araukarien kampieren. So bleibt uns nur der Übertritt über die Grenze. Auch hier ist alles Nationalpark. Weil unser Auto aber zu groß für den Zeltplatz ist, dürfen wir auf dem Parkplatz beim Rangerhaus übernachten.
















