10.01. - 28.02.2023
Nach der grünen Westseite der Anden, empfängt uns auf der Ostseite wieder die trockene Pampa. Bäume stehen nur entlang der forellenreichen Flüsse. Nahe Junin de los Andes finden wir einen einfachen Campingplatz auf einer Insel im glasklaren Fluss.
Auf dem Weg nach Zapala biegen wir spontan auf die Seitenstraße zum Nationalpark „Laguna Blanca“ ab. Der Gratiscampingplatz entpuppt sich als Parkplatz ohne Infrastruktur, aber wir freuen uns über die Dunkelheit und den überwältigenden Sternenhimmel. Das fehlt uns oft auf den taghell erleuchteten argentinischen Campingplätzen.
In Zapala übernachten wir an der YPF-Tankstelle und erwachen im Bewässerungssee.
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Die nächsten Tage sind Fahrtage: via Neuquén, Catriel und Victorica kommen wir nach 4 Tagen bei unseren Freunden in El Volcán an. Die abendlichen Gespräche bei einem Glas Wein sind eine schöne Abwechselung zum Unterwegssein.
Langsam steigt die Straße in den Norden der Cordillera de San Luis von 900m bis auf 1700m Höhe an. Über der interessanten Felslandschaft kreisen Kondore und suchen nach Futter. Steil fällt das Gebirge auf der Nordseite ab. Nach vielen Haarnadelkurven erreichen wir schließlich das Städtchen San Francisco del Monte de Oro.
Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark „Sierra de la Quijada“, übersetzt etwa Sägezahngebirge. Leider ist der Campingplatz geschlossen, aber wir finden ein nettes Plätzchen direkt vor dem Parkeingang. So können wir noch in der Morgenfrische unseren Rundgang zu den eindrucksvollen Felstürmen starten. Wieder ziehen Kondore über uns, aber sie sind etwas zu schnell für unsere Kameras...
Im Nationalpark „Sierra de la Quijada“
Irgendwas stimmt nicht mit unserer Lenkung. Der Mechaniker beim großen Toyotahändler in San Juan meint, dass das Lenkgetriebe ausgetauscht werden muss. Aber er hat keinen Ersatz und kann auch keinen bestellen. Was sollen wir machen? Auto verschrotten?
Der Wächter am Eingang nimmt uns auf die Seite und holt einen bei Toyota beschäftigten Mechaniker. Hinter vorgehaltener Hand erklärt dieser die Reparatur für möglich: wir sollen um 13h an dem Platz sein, den er uns per WhatsApp schicken wird. Tatsächlich ist der Platz eine ordentliche Werkstatt und nach 20 Minuten hat er, Marcel-1, das Lenkungsspiel eingestellt. Allerdings findet er auch einen Riss in der Nähe der Lenkung, der unbedingt geschweißt werden müsse. Sein Bruder vermittelt uns an eine nahegelegene Werkstatt und dort gibt sich Marcel-2 viel Mühe den Riss ordentlich zu verschweißen. Und das alles bei um die 38°C auf der Straße...
Glücklich, aber auch in Schweiß gebadet, freuen wir uns auf die Dusche im Campingplatz. Die Männerdusche ist allerdings verriegelt, aber Margrit bewacht mich vor der Damendusche...
Weiter geht’s gen Norden. Der Provinzpark Ischigualasto oder „Valle de la Luna“ ist unser nächstes Ziel.
40km lang ist die Rundfahrt im eigenen Fahrzeug hinter dem Ranger durch die mondähnliche Landschaft. Hier wurden bis zu 250 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Skelette aus dem Trias gefunden.
Appollo 11 unterwegs...
Aus den niedrigen Stachelbüschen ragen ab ca. 1800m Höhe immer mehr Cardon-Kakteen heraus. Viele haben schon Knospen, fürs Blühen braucht es wohl noch etwas Regen. Den hat es wohl nördlich der Wasserscheide auf 2100m gegeben.
Wir müssen durch viele Baden fahren. Baden, das sind betonierte Flussdurchfahrten, die sich bei Niederschlägen schnell mit Wasser und Geröll füllen. Überall sehen wir Baggerspuren der letzten Räumarbeiten, aber wir müssen nur noch selten durch Flüsse fahren. In Santa Maria hat der gleichnamige Fluss heftig gewütet: die große Flussüberquerung ist eingestürzt und der ganze Verkehr zwischen Tucuman und Cafayate wird über eine kleine einspurige Brücke geleitet.
Bei den Ruinen Fuerte Quemado finden wir ein wunderschönes Übernachtungsplätzchen nur wenige hundert Meter von der Hauptstraße entfernt. Wir sind umgeben von kleinen und großen Kakteen, zum Teil mit Blüten. Heiß brennt die Sonne, trotzdem bleiben wir noch einen weiteren Tag, meist im Schatten unseres Toyotas oder der Cardon-Kakteen...
Doch dann brauchen wir wieder eine Abkühlung. Schön ist der schattige Campingplatz mit der Pileta, dem Schwimmbad. Kaum kommen aber weitere Gäste, werden die Lautsprecher bis zum Anschlag aufgedreht. der nette Gastgeber sagt: Pileta ohne Musik geht überhaupt nicht!
Schon seit dem Kaktusgarten wachsen Reben links und rechts der Straße. In einer Destileria probieren wir den handgebrannten Grappa.
In Cafayate treffen wir auf die deutschsprachige Panamericana-Gruppenreise mit eigenen Wohnmobilen unter der Leitung der Firma Seabridge. Wegen der Unruhen in Peru können sie nicht weiter nach Norden fahren. Sie verladen ihre Fahrzeuge nun in Santiago nach Panama und fliegen selbst via Quito und Cartagena dorthin.
Abwechslungsreich sind die Felsformationen in der Quebrada de Concha auf der Weiterfahrt nach Salta.
Während des Einkaufs im Supermarkt beginnt ein Unwetter, es kracht und eine Deckenverkleidung löst sich. Schnell wird der Markt evakuiert. Blitz und Donner begleiten uns zum Campingplatz Xamena. Alle Tagesgäste verlassen gerade das Areal. Nun ist das Gewitter direkt über uns und es schüttet wie ein Wasserfall, 20min lang sitzen wir in der Fahrerkabine, an Aussteigen ist nicht zu denken!
Balneario und Camping Xamena
Auch ein Wohnmobil!
Noch immer ist am Toyota etwas nicht in Ordnung. Ich vermute ein nicht gut ausgewuchtetes Vorderrad. Wir fahren zu einem im Internet empfohlenen Mechaniker. Hernan ist sehr hilfsbereit und wir machen eine Probefahrt. Schnell hat er das Problem erkannt: die Buchsen der vorderen Blattfedern sind ausgeschlagen! Es gibt zwar keine Ersatzteile, aber er weiß wo sie angefertigt werden können. Am nächsten Tag um 9h geben wir das Auto ab und hoffen.
Auf schmalen Bürgersteigen neben stinkenden Autos und Bussen laufen wir ins Zentrum. Nach deutschen Abgasvorschriften hätten die Fußgänger hier keine Überlebenschance!
In einem Park außerhalb des Zentrums warten wir aufs Ende der Siesta um zu hören wie es mit dem Auto weitergeht.
Um 17:30h sind die Ersatzbuchsen da.
Und gegen 20h ist der Toyota fertig. Hurra, wir müssen nicht in der Werkstatt übernachten!
Wir verlängern unseren Aufenthalt auf dem Camping. Nach den gestrigen 30°C+ Temperaturen wird es kühler, ja kalt. Höchsttemperaturen um 15°C, nachts einstellig, das hätten wir hier nie erwartet.
Bei der geplanten Weiterfahrt macht sich beim Lenken ein neues Geräusch bemerkbar! Wir entscheiden uns dafür nochmal die Werkstatt aufzusuchen, aber am Rosenmontag und auch am Dienstag ist alles zu. Erst am Donnerstag stellen Hernan und Mario dann fest, dass die Blattfedern an den Aufhängungen wegen der neuen Buchsen beim Lenken etwas Spiel haben. Der Einbau von Unterlagscheiben löst dann das Problem!
Ausflug auf den Hausberg Cerro San Bernardo
Lecker sind die Empanadas am Straßenrand!
Aber auch das Fleisch vom Grill!
Am Sonntag starten wir zu unserer Reise durch den Gran Chaco. Zunächst geht es aber Richtung Norden in die argentinischen Jungas, ein subtropisches Dschungelgebiet. Schwüle Hitze und Moskitos erwarten uns. Einschlafen bei 34° geht nur noch mit dem Ventilator, und am Morgen hat es immer noch über 30° in unserem Schlafzimmer! Die gute Isolation unseres Autos hat nicht nur Vorteile...
Chaotisch geht es am Grenzübergang nach Bolivien zu: auf Hunderten Sackkarren werden alle möglichen Waren von Argentinien nach Bolivien transportiert, leer kommen sie nach einer Weile wieder zurück um die nächste Fuhre zu holen. Unmittelbar daneben passieren riesige Lastwagen die Grenze.
Nach zwei Stunden haben wir alle Stempel und sind in Bolivien.















































